Neuroendokriner Tumor (NET) • Symptome, Behandlung & Lebenserwartung (2023)

Nicht jeder Tumor ist bösartig. Bei neuroendokrinen Tumoren sind über die Hälfte gutartig, das heißt, sie sind kein Krebs und streuen nicht in andere Organe. Doch was genau ist ein neuroendokriner Tumor oder abgekürzt NET? Was sind die Ursachen und wie können Therapien den Verlauf der Erkrankung beeinflussen?

Neuroendokriner Tumor (NET) • Symptome, Behandlung & Lebenserwartung (1)
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Ein Neuroendokriner Tumor ist meist gutartig, am häufigsten kommen solche Tumoren im Magen-Darm-Bereich auf, sie sind jedoch selten. Typische Symptome gibt es nicht, sie hängen unter anderem von der Lage ab und ob die Zellen der Geschwulst Hormone absondern.

Im Überblick:

  • Beschreibun
  • Ursachen
  • Einteilung
  • Symptome
  • Diagnose
  • Therapie
  • Lebenserwartung

Schilddrüsenunterfunktion: Die wichtigsten Anzeichen

Was ist ein neuroendokriner Tumor?

Karzinoid blieb lange Zeit ein feststehender Begriff und wurde erst vor kurzer Zeit durch den Ausdruck "neuroendokrine Tumoren" ersetzt. Unter neuroendokrinen Tumoren, kurz NET, werden eine ganze Gruppe von sehr selten Tumoren zusammengefasst. Auch die Abkürzung GEP-NET ist geläufig, sie steht für gastroenteropankreatische neuroendokrine Tumoren.

Neuroendokrine Tumoren wachsen langsam und sind weniger aggressiv als Karzinome. Als neuroendokrin werden Gewebe bezeichnet, die Hormone herstellen. Die Zellen haben ihren Ursprung im Nervensystem. Nicht alle NET produzieren Hormone, aber wenn sie es tun, verursachen sie die typischen Symptome einer Hormon-Überdosierung, auch NET-Syndrom genannt.

(Video) Seltene Tumore - Neuroendokriner Tumor (NET)

Neuroendokrine Tumoren sind sehr selten. Man geht davon aus, dass etwa zwei von 100.000 Menschen pro Jahr daran erkranken. Häufig treten sie ab dem 50. Lebensjahr auf.

Ursachen von neuroendokrinen Tumoren

Die Entstehung von neuroendokrinen Tumoren ist sehr komplex. Es gibt keinen einzelnen Mechanismus, der die Krankheit verursacht. Eine eigentliche krankheitsauslösende Ursache für NET ist bislang unbekannt – mit Ausnahme einiger erblich bedingter neuroendokriner Tumoren, bei denen es zum Beispiel im Rahmen einer multiplen endokrinen Neoplasie vom Typ 1 (MEN 1) zu Häufungen von Krankheitsfällen in den betroffenen Familien kommt. Bei der Mehrzahl neuroendokriner Tumoren gibt es aber keine derartige Ursache.

Formen und Unterscheidung von neuroendokrinen Tumoren

Neuroendokrine Tumoren (NET) entstehen vor allem im Magen-Darm-Trakt. Neun von zehn neuroendokrinen Tumoren finden sich dort, insbesondere im Magen, Dünndarm, Wurmfortsatz des Blinddarms (Appendix) und Dickdarm sowie in der Bauchspeicheldrüse (Pankreas). Diese NET werden auch als neuroendokrine Tumoren des gastroenteropankreatischen Systems (GEP-NET) zusammengefasst. Die übrigen zehn Prozent treten zum Beispiel in der Lunge oder dem Thymus (Teil des Immunsystems) auf.

NET können aktiv oder inaktiv sein. Aktive Tumore produzieren Hormone und können so den Stoffwechsel beeinträchtigen.

Aktive und inaktive NET

Obwohl NET ursprünglich aus hormonproduzierenden Geweben entstanden sind, geben nur rund die Hälfte von ihnen Hormone ins Blut ab. Inaktive neuroendokrine Tumoren produzieren keine Hormone. Sie bleiben daher oft lange Zeit unentdeckt und verursachen nur selten Beschwerden.

Bei aktiven NET ist nicht die Größe entscheidend, wenn es um die abgegebene Hormonmenge geht. Sogar winzig kleine Tumoren können so stark auf den Organismus wirken, dass Betroffene sehr darunter leiden. Sogenannte Gastrinome (NET in Zwölffingerdarm oder Bauchspeicheldrüse) zum Beispiel können so klein sein, dass sie bei der Untersuchung unentdeckt bleiben, aber trotzdem die Magensäureproduktion so stark anregen, dass die Patient*innen an schwerwiegenden Magen-Darm-Beschwerden leiden. Auch inaktive ("nicht funktionelle") neuroendokrine Tumoren können weiter wachsen, Fachleute sprechen dann von einem "progredienten Tumor".

Verschiedene Arten von NET

Aktive und inaktive NET können in allen Abschnitten des Magen-Darm-Trakts auftreten:

  • Insulinome geben Insulin ins Blut ab und senken somit den Blutzuckerspiegel. 95 Prozent aller Insulinome sind gutartig.

  • Gastrinome steigern die Produktion von Magensäure. Sie kommen bevorzugt im Zwölffingerdarm und der Bauchspeicheldrüse vor.

  • Glukagonome sind sehr seltene NET, die von der Bauchspeicheldrüse ausgehen. Sie produzieren Glukagon, den "Gegenspieler" von Insulin.

    (Video) Tückische Neuroendokrine Tumore: Prof. Damian Wild klärt auf - PRIMO MEDICO Fachärzte Talk

  • VIPome kommen vorwiegend in der Bauchspeicheldrüse vor und erzeugen eine Vielzahl von Symptomen, die unter dem Verner-Morrison-Syndrom zusammengefasst werden. VIPome erzeugen ein bestimmtes Peptidhormon (VasoaktiveIntestinalePolypeptide (VIP)), durch den Überschuss kommt es unter anderem zu anhaltenden wässrigen Durchfällen (sogenannte pankreatischen Diarrhoe oder pankreatische Cholera).

  • hormonell inaktive neuroendokrine Tumoren können im ganzen Magen-Darm-Trakt vorkommen und werden am häufigsten im Magen, im Wurmfortsatz des Blinddarms (Appendix) und im Mastdarm angetroffen.

Zudem gibt es neuroendokrine Tumoren, die Hormone wie Dopamin, Histamin und Serotonin produzieren können und diese im Übermaß freisetzen. Sie sitzen oftmals im unteren Teil des Dünndarms, seltener in den Bronchien. Durch die Freisetzung dieser Hormone kann es in Folge zum Karzinoidsyndrom kommen, welches eine Vielzahl von Symptomen umfasst.


Symptome und Anzeichen von neuroendokrinen Tumoren

Je nach Lage, Aktivität und davon abhängig welches Hormon durch den Tumor freigesetzt wird, kommt es zu unterschiedlichen Symptomen. Einige NET versuchen typische Krankheitsbilder, bei denen die Beschwerden einen ersten Hinweis auf die Art der Erkrankung geben.

Inaktive Tumoren werden oft erst spät entdeckt, da sie langsam wachsen und in sehr vielen Fällen auch dann noch keine Beschwerden verursachen, wenn sie bereits Tochtergeschwulste (Metastasen) gebildet haben.

Nachfolgende Tabelle zeigt verschiedene neuroendokrine Tumoren und ihre charakteristischen Symptome:

TumorformTypische Symptome
Insulinom
  • ständige Unterzuckerung
  • Kopfschmerzen
  • Verwirrung
  • Sehstörungen
  • Störungen der Bewegungskoordination und Lähmungen
  • Persönlichkeitsstörungen wie Aggressionen
  • selten: Bewusstlosigkeit, Krampfanfälle, Koma
Gastrinom
  • Magen- und Zwölffingerdarm-Geschwüre
  • Magensaft-Überproduktion, die nur unzureichend auf Medikamente anspricht, Bauchschmerzen
  • wässriger Durchfall
  • Sodbrennen
VIPom (MEN 1)
  • massive, wässrige Durchfälle, bis zu acht Litern am Tag
  • Schwäche
  • Muskelkrämpfe
Glukagonom
  • chronischer, wandernder, schwerer Ausschlag an Armen und Beinen oder auch im Gesicht
  • Entzündungen der Mundhöhle und der Zunge
  • Gewichtsverlust
  • hoher Blutzuckerspiegel
Karzinoidsyndrom
  • Hitzewallungen und Hautrötungen, vor allem nach dem Essen (Flush)
  • Magen-Darm-Symptome – vor allem Durchfälle
  • Herzrasen/Herzklopfen
  • Schweißausbrüche
  • Atemnot durch Verengung der Bronchien (Ähnlich zu asthmatischen Beschwerden)
  • Als Langzeitfolge kann es durch das Karzinoid-Syndrom zu Veränderungen am Herzen kommen

Diagnose bei neuroendokrinen Tumoren

Auch wenn neuroendokrine Tumoren in der Regel recht langsam wachsen, müssen sie so schnell wie möglich gefunden und nach Möglichkeit operativ entfernt werden. Oft dauert es sechs bis sieben Jahre, bis die Erkrankung festgestellt wird.

Gut die Hälfte der Patient*innen haben nicht-funktionelle neuroendokrine Tumoren, die keine Hormone in die Blutbahn ausschütten.

Diese inaktiven Tumoren existieren oft jahrelang unerkannt, wenn sie zu keinerlei Beschwerden führen. Häufig werden sie durch Zufall bei anderen Untersuchungen entdeckt. Erst wenn sie durch ihre Größe andere Organe verdrängen oder auf Nerven und Blutgefäße drücken, entstehen Symptome, die aber sehr unterschiedlich ausfallen.

Früh werden zum Beispiel Tumoren im Wurmfortsatz des Blinddarms entdeckt, wenn sie zu einer Blinddarmentzündung führen, oder Tumoren der Bauchspeicheldrüse, wenn sie den Ausführungsgang der Gallenblase verschließen und so eine Gelbsucht entsteht. Viele Dickdarm-Tumoren können frühzeitig bei einer Darmspiegelung diagnostiziert werden.

(Video) Neuroendokrine Tumore sind speziell, so Prof. Wolfram Knoefel - PRIMO MEDICO Fachärzte Talk

Laboruntersuchungen: Tumormarker und Hormonen

Besteht Verdacht auf einen endokrinen Tumor, werden in der Regel Laboruntersuchungen durchgeführt, um Tumormarker, veränderte Blutparameter oder einen erhöhten Hormonspiegel aufzudecken. Auch Veränderungen im Zucker- oder Mineralstoffhaushalt können auf diese Weise festgestellt werden.

Bei der weiteren Diagnose kommen außerdem verschiedene bildgebende Verfahren zum Einsatz, so zum Beispiel

  • Darmspiegelung
  • Magenspiegelung (Gastroskopie)
  • endoskopischer Ultraschall (Sonographie)
  • Magnetresonanztomographie
  • Angiographie (radiologischen Verfahren zur Darstellung der Blutgefäße)
  • Positronen-Emissions-Tomographie (PET)

Möglich ist zudem eine sogenannte Somatostatinrezeptor-Szintigraphie. Hierbei wird eine radioaktiv markierte Substanz gespritzt, die sich an den von den meisten NET-Tumoren gebildeten Bindungsstellungen (Rezeptoren) für das Hormon Somatostatin anheftet. Es kommt dadurch zu einer starken Anreicherung der markierten Substanz im Tumorgewebe. Diese kann mithilfe einer speziellen Kamera sichtbar gemacht werden.

Weil neuroendokrine Tumoren so selten sind, gibt es nur relativ wenige Ärzt*innen und Einrichtungen, die sich gut mit der Erkrankung auskennen und stets über die laufenden Entwicklungen hinsichtlich der Diagnose und Behandlung informiert sind. Vor allem Endokrinolog*innen und spezialisierte Gastroenterolog*innen haben Informationen über entsprechende Anlaufstellen. Es gibt inzwischen auch Kliniken, die sich speziell mit NET befassen und in denen alle zur Behandlung notwendigen Fachrichtungen wie Endokrinologie und Onkologie beteiligt sind.

Behandlung von neuroendokrinen Tumoren

NET unterscheiden sich hinsichtlich des Orts ihres Auftretens, ihrer Gewebeeigenschaften, ihrer Hormonaktivität und ihrer Bösartigkeit und werden entsprechend behandelt.

Es werden zahlreiche Tumorarten unterschieden, die vielfältige Beschwerden auslösen können und sich darüber hinaus hinsichtlich ihrer Neigung zur Ausbreitung im Körper und der Abgabe beziehungsweise Nicht-Abgabe von Hormonen voneinander abgrenzen lassen. Die Therapie muss die Vielgesichtigkeit der Erkrankung berücksichtigen.

Am Anfang steht fast immer die Operation

Wird ein neuroendokriner Tumor rechtzeitig erkannt, kann er durch eine Operation oft vollständig entfernt werden. Im Idealfall sind Betroffene nach dem Eingriff geheilt und benötigen, abgesehen von Kontrolluntersuchungen, keine weitere Behandlung mehr.

Kann ein NET nicht vollständig herausoperiert werden, müssen weitere Eigenschaften des Tumors wie die Geschwindigkeit seines Wachstums oder die Abgabe von Hormonen herangezogen werden, um die optimale NET-Therapie zu finden. Doch auch in diesem Fall steht – von wenigen Ausnahmen abgesehen – am Anfang immer die Operation. Sie soll die Tumormasse verringern, auch wenn Tumorreste zurückbleiben.

Stabile, funktionell inaktive Tumoren werden kontrolliert

Wächst ein neuroendokriner Tumor nach der chirurgischen Therapie nicht weiter und gibt er keine Hormone ab (funktionell inaktiver Tumor), ist es gerechtfertigt, die Behandlung auf regelmäßige Kontrollen zu beschränken. Zu einem späteren Zeitpunkt sind darüber hinausgehende Maßnahmen nur dann erforderlich, wenn der Tumor den stabilen Zustand verlässt, also zu wachsen oder Hormone abzugeben beginnt. Inzwischen findet jedoch auch hier ein Umdenken statt, das auch in solchen Fällen hin zu einer frühzeitigen medikamentösen Behandlung geht.

Medikamentöse Therapie bei funktionell aktiven und/oder wachsenden Tumoren

NET, die Hormone abgeben, nicht oder nicht ganz vollständig operativ entfernt werden können und Beschwerden wie etwa das Karzinoid-Syndrom (Flush, Durchfälle, asthmaähnliche Anfälle) hervorrufen, werden symptomatisch behandelt. Dabei wird versucht, die Symptome zu lindern, ohne dass die Ursache der Beschwerden behoben wird.

(Video) Leben mit einem Neuroendokrinen Tumor der Bauchspeicheldrüse

Bewährt hat sich hierfür insbesondere die medikamentöse NET-Therapie mit sogenannten Somatostatin-Analoga. Alternativ kann auch eine Behandlung mit dem Wirkstoff Interferon-alpha erfolgen. Beide Wirkstoffgruppen können abhängig vom einzelnen Erkrankungsfall auch das Wachstum von neuroendokrinen Tumoren verlangsamen, aufhalten oder sogar zum Schrumpfen des Tumors führen.

Führt die medikamentöse Behandlung zu keinem befriedigenden Ergebnis, können die Chemoembolisation und die Radionuklidtherapie eingesetzt werden, um das Tumorwachstum und den Hormonausstoß des Tumorgewebes zu verringern. Auch neue Therapieverfahren wie die Hochfrequenzthermotherapie (HFTT, RFA, RITA), die Laser-induzierte Thermotherapie (LITT), die transarterielle Chemotherapie (TACE), die Kryotherapie oder die selektive Interne Radio-Therapie (SIRT) können die Symptome der Erkrankung bessern und darüber hinaus das Wachstum der Tumoren aufhalten.

Aggressive Tumoren und NET der Bauchspeicheldrüse

Aggressive neuroendokrine Tumoren, die wachsen und in ihrer Zellstruktur nur wenig Ähnlichkeit mit dem Ausgangsgewebe des Krebses aufweisen, sogenannte gering differenzierte Tumoren, können mit einer den ganzen Körper erfassenden ("systemischen") Chemotherapie behandelt werden, wenn eine andere NET-Therapie keinen ausreichenden Erfolg gebracht hat. Das gilt auch für NET der Bauchspeicheldrüse, selbst wenn diese in ihrer Zellstruktur weniger stark von ihrem Ausgangsgewebe abweichen.

Leben mit neuroendokrinen Tumoren

Generell gilt, je früher ein neuroendokriner Tumor entdeckt wird, desto günstiger ist die Prognose. Zudem ist die Lebenserwartung bei neuroendokrinen Tumoren abhängig von der Art und Lage des NET sowie davon, ob es sich um eine gutartige Wucherung oder Krebs handelt. Hat der Krebs in weitere Organe wie die Leber gestreut, sind die Heilungschancen geringer, trotzdem gibt es viele Behandlungsmöglichkeiten, die das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen können.

Besonders bei Tumoren der Bauchspeicheldrüse und solchen, die ein Karzinoid-Syndrom verursachen, ist Früherkennung wichtig: Folgeerkrankungen wie Herzprobleme oder Diabetes mellitus können sonst auftreten und die Prognose verschlechtern, beziehungsweise auch nach vollständiger Behandlung des Tumors bestehen bleiben.

Die intensive Auseinandersetzung mit der Erkrankung, die aktive Mitarbeit bei der Behandlung und nicht zuletzt auch der Erfahrungsaustausch mit anderen Betroffenen können dazu beitragen, besser mit den Beschwerden umzugehen und den Verlauf positiv zu beeinflussen.

Die Diagnose NET verändert das Leben von Grund auf. Doch gar nicht so selten bedeutet sie auch fast eine Erleichterung: Endlich können die diffusen Symptome zugeordnet werden, unter denen Betroffene schon so lange zu leiden hatten. Vor allem die Seltenheit der Erkrankung macht es zu Beginn schwer, Informationen über Therapiemöglichkeiten und Kontakte zu spezialisierten Kliniken und Fachleuten sowie zu anderen Betroffenen zu bekommen.

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(Video) Podcast: Neuroendokrine Tumore | Asklepios

FAQs

Wie lange kann man mit NET leben? ›

Moderne medikamentöse Therapien können vielfach langfristig das Tumorwachstum hemmen und die Symptome wirksam lindern. Viele Menschen mit neuroendokrinen Tumoren führen daher über Jahre oder selbst Jahrzehnte ein Leben mit nur vergleichsweise geringfügigen Beeinträchtigungen.

Wie schnell streut neuroendokriner Tumor? ›

Im Vergleich zu anderen Krebsarten sind neuroendokrine Tumoren klein und wachsen in der Regel langsam über mehrere Jahre. Dennoch können einige NET schneller wachsen als andere. NET verursachen in der Regel keine auffälligen Symptome, solange die Tumoren nicht soweit gewachsen sind, dass sie streuen.

Sind neuroendokrine Tumore heilbar? ›

Die Therapie beinhaltet wenn möglich die operative Entfernung des Tumors, nicht operable oder ausgedehnt metastasierte Tumoren werden mit Hormontherapie, Chemotherapie, molekular zielgerichteten Substanzen oder Radionuklidtherapie behandelt. Wird ein NET frühzeitig erkannt, ist er meist vollständig heilbar.

Welche Chemo bei NET? ›

Bei neuroendokrinen Tumoren der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) Neuroendokrine Tumoren der Bauchspeicheldrüse sprechen gut auf eine Chemotherapie an. Sie werden mit Streptozotocin, Temozolomid, 5-FU, oder Capecitabin behandelt.

Ist NET vererbbar? ›

Familienplanung mit neuroendokrinem Tumor

Das Risiko an NET zu erkranken ist nicht vererbbar. Da neuroendokrine Tumoren aber auch in Folge des vererbbaren MEN1-Syndroms (Multiple Endokrine Neoplasie vom Typ 1) auftreten können, sollte Ihr Arzt oder Ihre Ärztin eine entsprechende genetische Untersuchung veranlassen.

Wie entsteht ein neuroendokriner Tumor? ›

Die Gründe für die Entstehung neuroendokriner Tumoren sind weitestgehend unbekannt. In manchen Fällen sind neuroendokrine Tumoren auf genetische Veränderungen zurückzuführen. Das ist oft der Fall, wenn die Tumore bereits in jüngerem Alter in verschiedenen Organen auftreten.

Kann man mit Metastasen alt werden? ›

Wenn etwa Darmkrebs Metastasen in die Leber ausstreut, lebten etwa 25 bis 50 von 100 Patienten noch fünf Jahre oder länger 2 . Ähnliche Zahlen gelten, wenn Darmkrebs die Lunge befällt: Hier half eine Operation etwa 20 bis 60 von 100 Patienten, die nächsten fünf Jahre zu überleben.

Was stoppt Metastasen? ›

Wenn sich auf Krebszellen der Wachstumsrezeptor HER2 findet, können Medikamente wachstumsfördernde Signale blockieren, das Wachstum der Krebszellen hemmen und die Metastasen verkleinern. Dazu können Antikörper wie Pertuzumab und Trastuzumab eingesetzt werden. Außerdem kommt der Wirkstoff Lapatinib infrage.

Wie lange noch leben bei Metastasen? ›

Die Lebenserwartung hängt davon ab, in welchen Organen die Fernmetastasen vorliegen: Mit Knochenmetastasen kann man noch viele Jahre leben, bei Hirnmetastasen ist die Lebenserwartung kürzer.

Was ist die schlimmste Krebsart die es gibt? ›

Gefährlichste Krebsart: Lungenkrebs

Mit rund 1,76 Millionen Toten forderte Lungenkrebs weltweit die meisten Menschenleben. Mit deutlichem Abstand folgen die Krebsarten Darm- und Magenkrebs mit rund 881.000 bzw. 783.000 Toten. Zusammen mit Leber- und Brustkrebs waren diese.

Welche Krebsarten am schlimmsten? ›

Die tödlichsten Krebsarten der Welt

Lungenkrebs bleibt die tödlichste Krebsart mit 1,8 Millionen Todesfällen im Jahr 2020 (18%), vor Darmkrebs (9,4%), Leberkrebs (8,3%), Magenkrebs (7,7%) und Brustkrebs (6,9%).

Kann sich ein Tumor zurückbilden? ›

Kann sich ein Tumor von allein zurückbilden? Das geschieht bei Krebs nur extrem selten. Ohne Behandlung schreiten Krebserkrankungen bei fast allen Patientinnen und Patienten voran. Die meisten nehmen dann einen schweren Verlauf.

Welcher Tag nach der Chemo ist der schlimmste? ›

Der Tiefpunkt wird nach 8 - 12 Tagen erreicht, anschließend werden die Zellen vom Knochenmark nachgebildet, so dass im Idealfall nach 2 bis 3 Wochen wieder Normalwerte erreicht werden. Bei wöchentlichen Chemotherapien ist diese Wirkung weniger ausgeprägt.

Welche Chemotherapie ist die schlimmste? ›

Eine Sonderform ist die „Hochdosis-Chemotherapie“. Diese kommt nur bei sehr speziellen Tumorarten zum Einsatz, zum Beispiel bei einer Art von Lymphdrüsenkrebs. Durch besonders intensive Behandlung, also hochdosierte Wirkstoffe, sollen alle Tumorzellen erreicht und zerstört werden.

Wann lohnt sich keine Chemo mehr? ›

Die letzten sechs Monate eines Lebens sollten nicht mit weitgehend ineffektiven Therapien und deren Nebenwirkungen verbracht werden. Werde der Tod eines Krebspatienten innerhalb des folgenden halben Jahres erwartet, sollte keine aktive onkologische Behandlung mehr durchgeführt werden, so die Onkologen.

Wird Intelligenz von der Mutter oder vom Vater vererbt? ›

Intelligenz ist genetisch erblich, jedoch nicht nur von der Mutter, sondern wir erben unsere Gene zu 50 Prozent von der Mutter und zu 50 Prozent vom Vater. Eigenschaften wie Intelligenz, Aussehen, Krankheitsanfälligkeit und viele weitere Merkmale erben wir zu gleichen Teilen von Mutter und Vater.

Was wird nur vom Vater vererbt? ›

Aber nur zwei davon sind Geschlechts-Chromosomen: X und Y. Frauen haben zwei X-Chromosomen (XX). Männer haben dagegen ein X- und ein Y-Chromosom (XY). Im Normalfall vererbt eine Mutter ihrem Kind ein X-Chromosom. Die Spermienzelle des Vaters gibt entweder ein X an Töchter weiter oder ein Y an Söhne.

Wer vererbt mehr Vater oder Mutter? ›

Die DNA-Mischung, die in Ihren Genen steckt, ist einmalig. Sie haben 50 Prozent Ihrer Gene von jedem Elternteil geerbt. Ihre Elternteile haben wiederum die Hälfte ihrer Gene von ihren Eltern geerbt und so weiter.

Was bedeutet neuroendokrine? ›

Definition. Neuroendokrin bedeutet "das neuroendokrine System betreffend" oder im weiteren Sinne "zum Nervensystem oder Endokrinium gehörig".

Was bedeutet Neuroendokrines Karzinom? ›

Neuroendokrine Tumore sind seltene Tumoren, die aus hormonbildenden Zellen entstehen und meist selbst Hormone, Überträger- oder Botenstoffe produzieren. Ausgangspunkt sind sogenannte neuroendokrine Zellen, die aus dem Nervensystem stammen und Überträgerstoffe, Botenstoffe oder Hormone ausschütten.

Welche Krebsart ist gut heilbar? ›

Die größten Überlebenschancen fünf Jahre nach Diagnosestellung und Behandlung bestehen bei weißem Hautkrebs, Hodenkrebs, schwarzem Hautkrebs, Schilddrüsenkrebs, Prostatakrebs und Brustkrebs.

Wie verändert Chemo den Charakter? ›

Auf diese extreme Belastungssituation reagieren Erkrankte nicht selten mit Verhaltensänderungen. Die möglichen Reaktionen reichen von Stimmungsschwankungen, über Aggressionen bis hin zu sozialem Rückzug.

Welches Obst nicht bei Chemo? ›

hartschaliges, säurereiches Obst: Pflaumen, Stachelbeeren, Johannisbeeren, Rhabarber, Zitronen, Apfelsinen, Grapefruit. frisches, grobschrotiges Brot, Nüsse, Müsli. scharfe, stark gewürzte, geräucherte, gesalzene, gesäuerte Speisen. alkoholische oder kohlensäurehaltige Getränke.

Was passiert wenn ich keine Chemo machen? ›

Die Ablehnung der Krebsbehandlung stellt für Ärzte und andere Begleiter ein ernstes Problem dar. Eine Ablehnung der Krebsbehandlung reduziert die Wirksamkeit weiterer Behandlung [2] und verringert die Überlebensdauer nach der Diagnose [2].

Was mögen Krebszellen überhaupt nicht? ›

Heidelbeeren und Cranberries. Heidelbeeren gehören mit Granatapfel, Sanddorn und Himbeeren zu den potentesten Antioxidantien in Pflanzen. Die günstige Wirkung von Beeren wurde auch bereits in der Populärliteratur herausgestellt („Krebszellen mögen keine Himbeeren“).

Welche Lebensmittel hemmen Metastasen? ›

Neben einigen Vitaminen, Mineralstoffen und Fettsäuren schreiben sie auch bioaktiven Substanzen eine krebsvorbeugende Wirkung zu. Hierzu zählen sekundäre Pflanzenstoffe, Ballaststoffe und Substanzen in fermentierten Lebensmitteln wie Sauerkraut oder Sauermilchprodukte.

Sind Metastasen immer ein Todesurteil? ›

Metastasen sind Ableger eines Tumors, die Krebserkrankung befindet sich also in einem fortgeschrittenen Stadium. Der Befund "metastasiert" muss aber nicht per se ein Todesurteil bedeuten.

Wie schnell entwickelt sich Metastasen? ›

Metastasen können zu ganz unterschiedlichen Zeitpunkten einer Krebserkrankung festgestellt werden: Bei manchen Betroffenen sind bereits bei der ersten Diagnose Metastasen vorhanden. Bei anderen entstehen sie im Verlauf der Erstbehandlung oder auch erst einige Zeit nach der Beseitigung des Ursprungstumors.

Wann streut ein bösartiger Tumor? ›

Es kann auch vorkommen, dass Krebszellen sich von einem bösartigen Tumor ablösen und in die Blutbahn oder das lymphatische System eindringen. Auf diese Weise streuen Krebszellen von dem ursprünglichen Tumor (Primärtumor) aus und bilden neue Tumore in anderen Organen.

Wie schnell kann ein Tumor wieder kommen? ›

Manche Krebserkrankungen entwickeln sich sehr schnell und aggressiv. Mitunter aber wachsen Krebszellen auch lange Zeit im Verborgenen. So können zwischen der Entstehung einer einzelnen Krebszelle und dem Auftreten einer nachweisbaren Krebserkrankung Jahre, mitunter sogar Jahrzehnte vergehen.

Welche Krebsarten wachsen schnell? ›

Glioblastome wachsen rasend schnell, im Schnitt verdoppelt dieser Tumor seine Größe alle 50 Tage. Es wächst dabei so schnell, dass selbst die Blutgefäße nicht damit nachkommen, Blut in sein Inneres zu transportieren: Der Kern des Glioblastoms stirbt, aber der Krebs wuchert weiter.

Videos

1. Neuroendokrine Tumore | Asklepios
(AsklepiosKliniken)
2. Living with neuroendocrine tumours (NETs): Robert's story
(LivingWithNETs.com)
3. What are the most common symptoms of neuroendocrine tumours (NETs)?
(LivingWithNETs.com)
4. Neuroendokrine Lebermetastasen - Behandlung durch sequentielle Operation
(Tumor Sprechstunde)
5. What treatments for neuroendocrine tumours (NETs) are available?
(LivingWithNETs.com)
6. Warning Signs of Neuroendocrine tumors ▶️ #shorts #cancer
(Anavara Limited)
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Author: Aron Pacocha

Last Updated: 12/08/2022

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